Am zweiten Tag schon in Schweden

Zwar waren wir wieder morgens unterwegs, aber diesmal ohne uns den Wecker zu stellen. Wer um 21 Uhr ins Bett geht, kann auch frĂŒh wieder weiter segeln, vor allen Dingen bei Sonnenschein. 🌞

Ok, von Segeln konnte auf unserem anfÀnglichen Kurs zur Ostspitze der Insel Mön und bei Gegenwind nicht die Rede sein. Wir haben also den Motor angelassen und den Blick auf die Kreidefelsen genossen.

Dann konnten wir endlich Segel setzen und mal wieder einen schnurgeraden Strich auf der Karte nach Ystad ziehen. Bisher hatten wir ja immer in Gislövslage bei Trelleborg Zwischenstop eingelegt, nun wollten wir die 53 Seemeilen in einem Rutsch absolvieren.

Mittlerweile hatten wir uns eingeschaukelt, so dass ich mich auch ans Unterwegs-Kochen getraut habe. Wozu hat man/frau einen kardanisch-aufgehĂ€ngten Herd, wenn nicht, um bei Wellengang „verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig einfach“ brutzeln zu können:

Und zeitnahes Abwaschen folgte umgehend – auch hier war ein stabiler Stand nicht unwichtig:

Um 15.30 Uhr hat sich der Wind dann schlafen gelegt, die Wellen wurden immer flacher, und wir ließen den Motor vor sich hin schnurren – ja, wir lieben den neuen 60 PS Turbo!! 🙂

Logischerweise ĂŒberquerten wir auf dem Meer die Landesgrenze zwischen DĂ€nemark und Schweden und hissten die gelb-blaue Flagge.


Ein Blick auf die aktuelle Windvorhersage ließ uns kurz vorm Hafen von Ystad unsere PlĂ€ne Ă€ndern. Wenn denn eh schon klar ist, dass wir die HĂ€lfte der Wegstrecke nach Simrishamn gegenan motoren mĂŒssen, warum dann nicht an diesem friedlichen Abend schon mal zwei Stunden weiter voran kommen?! Zumal ekliges Regenwetter mit sechs bis sieben WindstĂ€rken fĂŒr Montagvormittag angesagt wurde.

Und so sieht die erwĂ€hnte SchnellfĂ€hre aus, die regelmĂ€ĂŸig von und nach Bornholm dĂŒst. Eine Wahnsinnsheckwelle entsteht, wenn sie mit 33 Knoten Maximal-Geschwindigkeit voran braust – gut, dass wir schon deutlich hinter der Hafenzufahrtsrinne mit unseren 6,5 Knoten zuckelten.

Unser Ziel war der kleine Hafen KÀseberga, an dem wir noch nie gestoppt hatten, da er oft versandet und gerade mal zwei Meter Tiefgang aufweist. Wir benötigen mit CARLOTTA ja nun 1,80 m und hofften auf einen passenden Platz an der Kaimauer.

Sorgen habe ich mir bei meinem ersten Anlegemanöver in einem unbekannten Hafen in diesem Jahr ganz umsonst gemacht. Es ist halt Vorsaison, ich hatte ausreichend Platz und konnte mich in Ruhe vor das einzige andere Schiff an die Kaimauer schieben – und dann half uns der Skipper auch noch gerne beim Festmachen.

Auf diesem Foto kann man links hinten ein kleines braunes Holzhaus erkennen > es handelt sich um eine öffentliche Sauna mit Fenster zum Meer, die wir beinahe noch benutzt hĂ€tten. Allerdings war es mittlerweile 20.30 Uhr, und es lagen mal wieder 11 Stunden Fahrt hinter uns. Nein, das reichte. Also noch eine kleine Runde zu Fuß am Hafen gedreht, mit dem anderen Skipper geschnackt und ab in die Horizontale.

Abendstille im Hafen von KĂ€seberga

Beim nĂ€chsten Besuch mĂŒssen wir unbedingt die Besichtigung des naheliegenden schwedischen Stonehenge einplanen. „Ales Stenar“ umfasst 59 in der Form eines Schiffes angeordneten Steine, die rund 600 nach Christi auf einem Plateau an der SteilkĂŒste oberhalb KĂ€sebergas entstanden sein sollen. Die Erkenntnisse dazu sind hier ganz gut zusammengefasst.

Wir waren zufrieden mit dem Tag und sind happy schon so ein gewaltiges StĂŒck in Richtung Norden geschafft zu haben.

09. Juni von Klintholm nach KĂ€seberga – 2. Etmal mit 65 Seemeilen
Segeln 31,5 – Motor 33,5